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Früher (das war vor etwa zwei Wochen) hatten wir ständig zu wenig Zeit, dafür umso mehr Raum. Um uns zu bewegen. Um uns zu verlieren. Dinge aufzuschieben. Auf irgendwann.
Doch jetzt? Die Welt steht kopf. Es fühlt sich verkehrt an. Beunruhigend. Viel Zeit, wenig Raum.
Was tun? Backen! Was beruhigt mehr, erinnert an Normalität, als der Duft eines frisch gebackenen Brotes? Das No Knead Bread bietet sich dafür geradezu an. Die Herstellung braucht Zeit (wenn auch viel davon nicht aktiv) und räumliche Nähe, da die wenigen Handgriffe in exakten zeitlichen Abständen erfolgen. Alles ist hier genau beschrieben – der Post erschien bereits 2015. Wer hätte damals gedacht, was im Frühling 2020 auf uns zukommen würde. Bestimmt aber dachte die eine oder der andere, dieses Brot backe ich einmal, wenn ich viel Zeit habe…
Mir ist durchaus bewusst, dass es für zahlreiche Menschen gerade jetzt an Zeit fehlt, weil sie sich unermüdlich für unsere Gesundheit einsetzen, weil sie rund um die Uhr alles tun, damit unser Alltag doch noch ein bisschen an früher erinnert. Ein großes Dankeschön dafür!
Bleibt gesund, liebe Freunde und Leserinnen von TableTales, und wenn immer möglich zuhause.
PS. Viele Medien berichten zurzeit von einem Backboom und entsprechendem Mehl- und Hefemangel. Bei meinem letzten Einkauf war genügend vorhanden.
Was die Hefe angeht: Gemäß Originalrezept verwendet man Trockenhefe. Frische Hefe eignet sich jedoch ebenso: Drei Gramm genügen, mit einem Würfel lassen sich also viele Brote backen.
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3/27/2020
ZEIT UND RAUM
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12/03/2015
TOPFGEBURT
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Unser neues Familienmitglied, der Bräter, kommt nicht zur
Ruhe. Nach dem Boeuf war nun endlich der Moment da, für mein erstes No Knead
Bread, das geniale Brot, mit der wunderbar knusprigen Kruste und einer
herrlich duftenden Krume, dessen Teig kein Kneten erfordert! Das ist ja heute
keine Sensation mehr, ungefähr jeder Food-Blogger hat mindestens schon eines
gebacken und begeistert darüber berichtet, was ich jetzt auch gut verstehen
kann, denn wenn man den Topf aus dem 250° C heißen Ofen zieht und unter den
Deckel schaut, kann man nicht anders als staunen und jubeln und möchte es
gleich der ganzen Welt erzählen. Ein richtiges Brot – und ich habe es gemacht!
Ähnlich wie bei der Geburt eines Kindes – wenn es das Eigene ist, ist es etwas
ganz Besonderes. Nun gut, der Vergleich ist leicht übertrieben, aber ein
bisschen in die Richtung geht es. Auf jeden Fall ein freudiges Ereignis!
Vor allem hätte ich nicht gedacht, dass mein erster Versuch gleich so gut gelingt, auch wenn die Zubereitung bekanntlich nicht schwierig ist. Der heikelste Teil ist das „Falten“ des Teiges, die sogenannte Stretch-And-Fold-Technik – eine etwas klebrige Angelegenheit. Was bei Jim Lahey, dem Erfinder des Brotes, so einfach aussieht, braucht am Anfang etwas Übung. Und reichlich Mehl. Aber im Grunde kann man nicht viel falsch machen. Doch jetzt erst einmal den Teig anrühren, das geht sehr schnell und dann braucht es Geduld, 18 Stunden warten… |
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