4/01/2015

EIN POLLOCK IM OSTERNEST?

Im Kühlfach kann man sie manchmal finden. Acht abgepackte, kleine Kunstwerke. Kunst zum essen. Oder, jetzt aktuell, von der Natur "bemalte" Ostereier, allerdings im Miniatur-Format. Kurz: Wachteleier. Jedes Stück ein Unikat, ein Original in seiner Musterung und Zeichnung.
Acht winzige Pollocks, dachte ich, als ich die Eierschachtel in den Einkaufswagen legte.



Jackson Pollock, der amerikanische Maler und Vertreter des abstrakten Expressionismus, der bis heute als der Vater des Action-Painting gilt, starb viel zu früh. In den 1950er-Jahren raste er, erst 44-jährig, mit seinem Cabrio direkt in den Tod. Trotz des frühen Todes hinterließ der Künstler ein umfangreiches Werk, mit dem er bereits zu Lebzeiten Weltruhm erlangte, insbesondere durch die Arbeiten, die mit der Technik des Drip-Painting entstanden sind. 


Die wunderschöne Fotoserie des deutschen Fotografen Hans Namuth, die rund 200 Fotos umfasst, dokumentiert "Jack the Dripper“, wie er augenzwinkernd auch genannt wurde, in seinem Atelier in Aktion, offenbar ganz in seinem Element. Voller Körpereinsatz; Farbe tropft, wird geschleudert; große Formate! Kleine Eier bemalen wäre definitiv nichts für diesen Mann gewesen! Sie zu essen vielleicht schon eher. Zum Beispiel mit zarten, grünen Spargelspitzen.


Es braucht ein bisschen Überwindung die Eier zu verwenden, die Schalen zu verletzen – wirklich fast zu schade. Aber wenn der Spargel ruft, gibt es kein Pardon. Die klassische Frühlingskombination – und da braucht es wenig drumherum: Butter, Salz, Pfeffer. Und so scheint die Sonne trotz betrüblichen Wetteraussichten für das Oster-Wochenende wenigstens auf dem Teller – das Rezept dazu im Anschluss an das Bild.


Wachtel-Spiegeleier auf grünen Spargelspitzen
Für 2 Personen als Vorspeise

Zutaten
200 g  zarte, grüne Spargelspitzen (ich habe Mini-/Thaispargel verwendet)
6-8 Wachteleier (4 Wachteleier entsprechen ungefähr einem Hühnerei)
1 guter TL Ghee oder Butter
Salz
Pfeffer

Zubereitung
Wasser in einem Topf zum kochen bringen. die Spargeln 5 Minuten blanchieren. Vorsichtig mit einem Schaumlöffel rausheben und auf einen Teller legen, verdampfen lassen.
Die Wachteleier mit einem scharfen Messer im oberen Drittel kappen und den Inhalt vorsichtig in eine kleine Schüssel oder Tasse leeren. Darauf achten, die Eidotter nicht zu verletzen.
In einer Pfanne Ghee oder Butter erhitzen und die Spargeln darin bei mittlerer Hitze anbraten bis sie schön Farbe angenommen haben. Ab und zu vorsichtig wenden, salzen und darauf achten, dass alle Spitzen in die selbe Richtung zeigen.
Schlussendlich die Eier sorgfältig über den Spargel leeren und die Eier stocken lassen, das Eigelb soll flüssig bleiben.
Auf einen Teller heben und aus der Mühle pfeffern.
Frohe Ostern!

ALL IMAGES © TableTales
Bild 1 rechts, Bild 6 links Hans Namuth; Bild 4 Jackson Pollock, Number 32, 1950

Keine Kommentare:

Kommentar posten