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9/16/2020

VERZICHT


Den Verzicht hielten wir doch eigentlich für längst ausgestorben. Seit Jahren, ach was, Jahrzehnten glänzte er durch Abwesenheit und war somit in Vergessenheit geraten. Nichts, das wir nicht haben oder machen konnten. Doch plötzlich im Frühling hatte er sein großes Comeback, klatschte uns ins Gesicht und lehrte uns – das Verzichten. Auf lieb gewonnene Selbstverständlichkeiten, auf eingespielte Gewohnheiten. Eine kollektive Zäsur. 


Daneben gab und gibt es aber auch die individuellen Einschnitte, persönlichen Zäsuren. Darunter mit Bestimmtheit schwerwiegende, aber auch solche, mit denen man irgendwann lernt zu leben. Wie zum Beispiel meine Mutter.

Sie entwickelte in den letzten Jahren eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten, dem Klebereiweiß, das in verschiedenen Getreidesorten enthalten ist. Diese Erkenntnis bedeutete Verzicht. Vor allem auf echtes, knuspriges Brot – wir haben auf jeden Fall noch kein glutenfreies Gebäck entdeckt, das die Bezeichnung Brot verdient hätte.


Nun, wie wir von Marie-Antoinette gelernt haben, um diese Legende hier zu bemühen, gibt es ja eine Alternative: Kuchen. Stimmt in diesem Fall tatsächlich. Mit süßem Gebäck ist es ein Leichtes, dem Verzicht aufgrund Glutenintoleranz ein Schnippchen zu schlagen. Mandeln und Haferflocken, natürlich glutenfreie, sind dabei zuverlässige Helfer und lassen sich im Handumdrehen in einen wunderbaren Boden für einen Cheesecake verwandeln. Wieso nicht einmal eine italienisch angehauchte Variante – mit Ricotta. Vergessen ist die Unverträglichkeit, vergessen ist der Verzicht. Der kann uns mal!




Ricotta Cheesecake

glutenfrei

Menge für kleine Springform (Durchmesser ca. 17 cm)


Zutaten

Boden

20 g Butter, geschmolzen

30 g Haferflocken, glutenfrei

30 g gemahlene Mandeln

1 EL Honig

1 Prise Salz

Käsemasse

250 g Ricotta

250 g Magerquark

1 Prise Salz

1 Pkt. Vanillezucker

60 g Zucker

2 Eier 

20 g Maizena


Zubereitung

Ofen auf 180 °C Ober/Unterhitze vorheizen.


Den Boden der Springform mit Backpapier auslegen, ebenso die Ränder. Dazu das Backpapier in randhohe Streifen schneiden. Auf den Rand der Form etwas weiche Butter streichen und das Backpapier ankleben.

Die Form rundum mit Alufolie einpacken, damit sie schön dicht ist.


Die Zutaten für den Boden in einer Schüssel gut vermischen, auf dem Boden der Form verteilen und mit einer Gabel zu einer gleichmäßigen Fläche andrücken, evtl. auch etwas den Rand hoch.

Für 10 Minuten in den Ofen geben, mittlere Schiene.

Form herausnehmen und zur Seite stellen.


Für die Käsemasse alle Zutaten bis auf die Eier und das Maizena verrühren. Dann die Eier einzeln einrühren. Zum Schluss das Maizena durch ein Sieb dazu geben und alles zu einer glatten Masse verrühren.

Masse in die Form gießen. Dann die Form 2 bis 3 Mal etwas anheben und auf die Arbeitsfläche schlagen, so verschwinden mögliche Luftbläschen aus der Masse.


Die Form in den Ofen geben, nach 15 Minuten die Temperatur auf 160 °C reduzieren und weitere 45 Minuten backen.

Einen Cheesecake sollte man nie großen Temperaturunterschieden aussetzen, so vermeidet man Risse in der Oberfläche. Darum:

Den Ofen ausschalten, aber nicht öffnen. Erst nach ca. 1 Stunde die Ofentüre mithilfe eines Kochlöffels einen Spalt breit offenlassen. Nach ca. einer weiteren Stunde den Kuchen aus dem Ofen nehmen und vollständig abkühlen lassen. Dann mindestens 8 Stunden in der Form in den Kühlschrank stellen, am besten über Nacht.


Mit frischen Himbeeren, einem Himbeercoulis, oder jetzt im Spätsommer mit einem Zwetschgenröster, ein un-verzicht-barer Genuss!


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6/19/2017

BEZIEHUNGSARBEIT – EINE KORREKTUR

Wie heißt es in den Beziehungsratgebern? Du musst daran arbeiten; passt dir etwas nicht, dann ändere es.
Nun, das habe ich getan. 
Für das Instant-Puddingpulver, verwendet als Bindemittel im No Bake Cheesecake, musste ich eine Alternative finden.
Nach fünf Versuchen ist er endlich gelungen: der perfekte Käsekuchen. Konsistenz, Geschmack und die inneren Werte stimmen jetzt. Kein Instant mehr! Und eine neue Erkenntnis: kein Quark. Bestätigt auch von einer sommerlichen Gästeschar. Alles wurde ratzeputz weggekrümelt.

Bitteschön, das korrigierte Rezept:
No-Bake Cheesecake
4-6 Personen 
Springform ø18-20 cm (ø26 cm doppelte Menge verwenden)

Zutaten
Brösel
60 g Vollkorn Petit Beurre
40 g Sables
40 g Butter zerlassen

Füllung
1,5 dl Rahm (Sahne)
250 g Dänischer Doppelrahmfrischkäse (Schweiz: Den besten gibt es in der Migros von M-Budget.)
2 g Johannisbrotkernmehl
1 Pkt. (8 g) Bourbon Vanillezucker
40 g Puderzucker
15 g Maisstärke

Zubereitung
Die Springform mit Haushaltpapier auslegen.

Petit Beurre und Sables in einen Gefrierbeutel geben und mit einem Walholz sanft zu Brösel klopfen und wallen. Diese anschließend in eine kleine Schüssel geben, die zerlassene Butter darüber gießen und alles gut vermischen.

Nun ca. zwei Drittel auf dem Boden der Springform verteilen und gut andrücken, damit ein Boden entsteht. Das geht gut mit dem flachen Boden eines Glases. Springform und den Rest der Brösel-Butter-Mischung in den Kühlschrank stellen.

Die Sahne steif schlagen. 

Die Maisstärke in einer Tasse mit einem Schluck Wasser verrühren und mit dem Frischkäse, Johannisbrotkernmehl, Puder- und Vanillezucker mit einem Mixer glatt rühren. Dann den geschlagenen Rahm gleichmäßig unterheben.

In die Form geben und glatt streichen. Zum Schluss die restlichen Brösel darüber streuen und den Kuchen für mindestens 6 Stunden, ideal auch über Nacht, in den Kühlschrank stellen.

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6/07/2017

BRÖSELN UND TRÄUMEN

Für einen richtig guten Cheesecake würde ich ziemlich weit gehen. Gut, vielleicht nicht gerade in ein Flugzeug steigen. Das müsste ich nämlich, denn einen der besten Käsekuchen habe ich – nein, nicht in New York – in Tel Aviv gegessen.
Israelis nennen ihren Cheescake Pirurim-Gvina – wörtlich übersetzt Brösel-Käse. Der Kuchen wird nicht gebacken, heiß geliebt und kühl serviert. Der Bestseller jeder Konditorei. Dazu, darüber, darunter: Schokolade, Karamell, Nüsse, Früchte und eine Portion Fantasie... die Möglichkeiten und Vorlieben sind unbegrenzt. Für mich bitte ein Himbeercoulis! Ein Traum. Ebenso die Zubereitung. Schnell und kinderleicht. Und es bleibt eine Menge Zeit den Sommer zu genießen. Ab morgen wieder!






No-Bake Cheesecake mit Himbeercoulis
4-6 Personen 
Springform ø18-20 cm (ø26 cm doppelte Menge verwenden)

Zutaten
Brösel
60 g Vollkorn Petit Beurre
40 g Sables
40 g Butter zerlassen

Füllung
1,5 dl Rahm (Sahne)
250 g Dänischer Doppelrahmfrischkäse (Schweiz: Den besten gibt es in der Migros von M-Budget.)
2 g Johannisbrotkernmehl
1 Pkt. (8 g) Bourbon Vanillezucker
40 g Puderzucker
15 g Maisstärke

Coulis
250 g frische (oder gefrorene) Himbeeren
50 g Zucker

Einige Himbeeren extra

Zubereitung
Die Springform mit Haushaltpapier auslegen.

Petit Beurre und Sables in einen Gefrierbeutel geben und mit einem Walholz sanft zu Brösel klopfen und wallen. Diese anschließend in eine kleine Schüssel geben, die zerlassene Butter darüber gießen und alles gut vermischen.

Nun ca. zwei Drittel auf dem Boden der Springform verteilen und gut andrücken, damit ein Boden entsteht. Das geht gut mit dem flachen Boden eines Glases. Springform und den Rest der Brösel-Butter-Mischung in den Kühlschrank stellen.

Die Sahne steif schlagen. 

Die Maisstärke in einer Tasse mit einem Schluck Wasser verrühren und mit dem Frischkäse, Johannisbrotkernmehl, Puder- und Vanillezucker mit einem Mixer glatt rühren. Dann den geschlagenen Rahm gleichmäßig unterheben.

In die Form geben und glatt streichen. Zum Schluss die restlichen Brösel darüber streuen und den Kuchen für mindestens 6 Stunden, ideal auch über Nacht, in den Kühlschrank stellen.

Für das Coulis die Himbeeren mit dem Zucker kurz aufkochen, Hitze reduzieren und ca. drei Minuten weiterköchelnd. Vom Herd nehmen und durch ein Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen. Das Coulis mit Haushaltfolie abdecken und ebenfalls in den Kühlschrank stellen.

Zum Servieren 3-4 EL Himbeercoulis auf einen Teller streichen, ein Stück Cheesecake darauf legen und einige Himbeeren darüber verteilen. 

So werden Träume wahr!

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