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9/16/2020

VERZICHT


Den Verzicht hielten wir doch eigentlich für längst ausgestorben. Seit Jahren, ach was, Jahrzehnten glänzte er durch Abwesenheit und war somit in Vergessenheit geraten. Nichts, das wir nicht haben oder machen konnten. Doch plötzlich im Frühling hatte er sein großes Comeback, klatschte uns ins Gesicht und lehrte uns – das Verzichten. Auf lieb gewonnene Selbstverständlichkeiten, auf eingespielte Gewohnheiten. Eine kollektive Zäsur. 


Daneben gab und gibt es aber auch die individuellen Einschnitte, persönlichen Zäsuren. Darunter mit Bestimmtheit schwerwiegende, aber auch solche, mit denen man irgendwann lernt zu leben. Wie zum Beispiel meine Mutter.

Sie entwickelte in den letzten Jahren eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten, dem Klebereiweiß, das in verschiedenen Getreidesorten enthalten ist. Diese Erkenntnis bedeutete Verzicht. Vor allem auf echtes, knuspriges Brot – wir haben auf jeden Fall noch kein glutenfreies Gebäck entdeckt, das die Bezeichnung Brot verdient hätte.


Nun, wie wir von Marie-Antoinette gelernt haben, um diese Legende hier zu bemühen, gibt es ja eine Alternative: Kuchen. Stimmt in diesem Fall tatsächlich. Mit süßem Gebäck ist es ein Leichtes, dem Verzicht aufgrund Glutenintoleranz ein Schnippchen zu schlagen. Mandeln und Haferflocken, natürlich glutenfreie, sind dabei zuverlässige Helfer und lassen sich im Handumdrehen in einen wunderbaren Boden für einen Cheesecake verwandeln. Wieso nicht einmal eine italienisch angehauchte Variante – mit Ricotta. Vergessen ist die Unverträglichkeit, vergessen ist der Verzicht. Der kann uns mal!




Ricotta Cheesecake

glutenfrei

Menge für kleine Springform (Durchmesser ca. 17 cm)


Zutaten

Boden

20 g Butter, geschmolzen

30 g Haferflocken, glutenfrei

30 g gemahlene Mandeln

1 EL Honig

1 Prise Salz

Käsemasse

250 g Ricotta

250 g Magerquark

1 Prise Salz

1 Pkt. Vanillezucker

60 g Zucker

2 Eier 

20 g Maizena


Zubereitung

Ofen auf 180 °C Ober/Unterhitze vorheizen.


Den Boden der Springform mit Backpapier auslegen, ebenso die Ränder. Dazu das Backpapier in randhohe Streifen schneiden. Auf den Rand der Form etwas weiche Butter streichen und das Backpapier ankleben.

Die Form rundum mit Alufolie einpacken, damit sie schön dicht ist.


Die Zutaten für den Boden in einer Schüssel gut vermischen, auf dem Boden der Form verteilen und mit einer Gabel zu einer gleichmäßigen Fläche andrücken, evtl. auch etwas den Rand hoch.

Für 10 Minuten in den Ofen geben, mittlere Schiene.

Form herausnehmen und zur Seite stellen.


Für die Käsemasse alle Zutaten bis auf die Eier und das Maizena verrühren. Dann die Eier einzeln einrühren. Zum Schluss das Maizena durch ein Sieb dazu geben und alles zu einer glatten Masse verrühren.

Masse in die Form gießen. Dann die Form 2 bis 3 Mal etwas anheben und auf die Arbeitsfläche schlagen, so verschwinden mögliche Luftbläschen aus der Masse.


Die Form in den Ofen geben, nach 15 Minuten die Temperatur auf 160 °C reduzieren und weitere 45 Minuten backen.

Einen Cheesecake sollte man nie großen Temperaturunterschieden aussetzen, so vermeidet man Risse in der Oberfläche. Darum:

Den Ofen ausschalten, aber nicht öffnen. Erst nach ca. 1 Stunde die Ofentüre mithilfe eines Kochlöffels einen Spalt breit offenlassen. Nach ca. einer weiteren Stunde den Kuchen aus dem Ofen nehmen und vollständig abkühlen lassen. Dann mindestens 8 Stunden in der Form in den Kühlschrank stellen, am besten über Nacht.


Mit frischen Himbeeren, einem Himbeercoulis, oder jetzt im Spätsommer mit einem Zwetschgenröster, ein un-verzicht-barer Genuss!


ALL IMAGES©TableTales







1/05/2017

EINFACH WENIGER

Vollgestopfte Kühlschränke? Anstrengende, mehrgängige Menüs? Zuviel Glühwein und Geschenke, Glitter und Glimmer? Oder sogar Glamour? Genug davon! Jetzt sehnen sich viele nach weniger, nach einfach. 
Ein Rezept, das diesem Anspruch gerecht wird, habe ich in Ursula Furrer-Heims Backbuch mit dem schlichten Titel Cake entdeckt. Genial einfach und schnell verspricht der Untertitel auf dem schwarzen Cover. Es stimmt! Auf meine Wahl, auf Großmutters Haferflocken-Cake, trifft das zu. Ohne viel Aufwand kommt ein zart duftender und durch die geraffelten Äpfel angenehm feuchter Kuchen aus dem Ofen. Ein purer Genuss – zu Tee und Winterlandschaft. 

Doch auch passend zu allen anderen Jahreszeiten versammelt das Buch eine bunte Mischung sehr unterschiedlicher von der Autorin in ihrer Babypause entwickelter Cake-Rezepte. Daneben eine Reihe Tipps und Tricks für ein perfekt gelungenes Gebäck aus der Kastenform. Das muss übrigens nicht immer süß sein oder man lässt den Ofen gleich mal weg. Ein Kapitel widmet sich Pikanten Cakes, ein anderes den kühlen Ungebackenen. Doch die gehören dem Sommer... Erst einmal genießen (oder überstehen) wir jetzt noch den Winter, mit Hafer- und Schneeflocken! Frohes neues Jahr!

Ursula Furrer-Heim: Cake. AT-Verlag. 144 Seiten. CHF 26.90.
Erhältlich im Buchhandel oder direkt beim Verlag. 

Großmutters Haferflocken-Cake

Zutaten
2 rotschalige Äpfel
100 g weiche Butter
150 g Rohrzucker
3 Eier
160 g Mehl
80 g Haferflocken
2 TL Backpulver
1 Prise Salz

Anmerkung: 
Ich gebe noch einen TL Zimt dazu.
Ich trenne die Eier und schlage die Eiweiß zu Schnee.

zum Bestreuen:
2 EL Haferflocken
2 EL Rohrzucker


Zubereitung
Den Backofen auf 180° C vorheizen.

Eine Cakeform von 30 cm Länge mit Backpapier auslegen.

Die Äpfel waschen, trocknen, entkernen und an der Röstiraffel (Kartoffelreibe) reiben. Die Apfelraspel mit den restlichen Zutaten in eine Schüssel geben und mit dem Schwingbesen des Handrührgeräts zu einem Teig verrühren.

Anmerkung:
Ich rühre zuerst Butter und Zucker schaumig, dann rühre ich die Eigelb einzeln dazu. Danach Mehl, Backpulver, Zimt und Salz dazugeben und verrühren. Jetzt die Äpfel und zum Schluss den Schnee vorsichtig unterheben und mit dem Teig gleichmäßig vermischen. 

Den Teig in die vorbereitete Form geben und glatt streichen. Die Haferflocken und den Zucker darüberstreuen.

Den Kuchen in der unteren Hälfte des vorgeheizten Ofens circa 40 Minuten backen. Herausnehmen und in der Form auskühlen lassen.

Haltbarkeit: In Folie verpackt etwa 3 Tage.

Anmerkung: Weniger in Ehren, aber ein Klecks Schlagsahne gehört einfach auch noch auf den Teller!

ALL IMAGES © TableTales

8/31/2015

KEINE KNETE!

2006 publizierte der New York Times Food Journalist Mark Bittmann ein Rezept in seiner Kolumne The Minimalist, das sich in Windeseile herumsprach und sich in der Blogosphäre verbreitete wie ein Lauffeuer. Bis heute gibt es wohl kaum einen Foodblog, der noch nicht über dieses Wunder aus der Backstube, Jim Lahey's No-Knead-Bread, berichtet hat.

Die Methode, ein Brot herzustellen, ohne den Teig zu kneten, ging um die Welt. Nicht nur, weil die Zubereitung fast keinen Arbeitsaufwand erfordert und sich dadurch vermutlich auch Faule angesprochen fühlten, nein, wohl vielmehr, weil der vollmundige Geschmack des Brotes, erzeugt durch die lange Gär- und Fermentierzeit bei sehr geringer Hefezugabe, unvergleichlich ist zum industriell hergestellten Etwas, das bei den meisten von uns als ihr täglich Brot auf den Tisch kommt.

Lahey, der Gründer der Sullivan Street Bakery in New York, läutete durch Bittmans Kolumne eine neue Ära des Brotbackens ein, die bis heute ihre Gültigkeit hat und mit der Rezept-Formel präzise definiert ist: 430g Mehl, 8g Salz, 1g Trockenhefe, 345g Wasser.


Nicht unerwähnt soll auch die kalifornische Bäckerin und Künstlerin Suzanne Dunway sein. Denn bereits 1999 erschien ihr Buch No Need to Knead mit einer Sammlung von 80 Nicht-Knet-Rezepten — die Technik lässt sich nämlich auf alle mögliche Arten anwenden. Ungeknetet entstehen Teige für eine Foccachia, für dünne Filoncini, für ein Pane Casareccio und klar, auch für die Pizza – der No-Knead-Pizza-Dough.


Diese Nicht-Knet-Teige stehen schon lange auf meiner Das-will-ich-endlich-einmal-ausprobieren-Liste. Und ich kann schon jetzt sagen, es wird nicht bei diesem einen Mal bleiben, denn ich hatte nie einen weicheren und elastischeren Teig in Händen. Der Weg dahin ist wirklich nicht schwierig, aber dann braucht es doch ein paar An- und Leerläufe, einfach so wird man nicht zum Pizza-Bäcker! Bis man den Teig nonchalant durch die Luft wirbeln kann oder ganz unangestrengt und routiniert mit den Fäusten formt wie Lahey, das braucht Übung. Und die hat er wahrlich, bevor Jim Lahey die Sullivan Street Bakery eröffnete, die letztes Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feierte, studierte er in Italien Bildhauerei! Es ist eine Kunst, darum: üben, üben, üben – nach der Pizza ist vor der Pizza! Die Anleitung dazu, wie üblich, im Anschluss an die Bilder.



No-Knead-Pizza
nach Jim Lahey

Zutaten
500g Mehl
1g Trockenhefe
16g Meersalz
350g Wasser

Zubereitung
Mehl, Trockenhefe und Salz in einer Schüssel gut durchmischen, dann das Wasser dazugeben und mit einem Holzlöffel oder von Hand verrühren. Darauf achten, dass das Mehl vollständig befeuchtet ist.
Die Schüssel mit Haushaltfolie abdecken und für rund 18 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen.

Nach dieser Zeit eine Arbeitsfläche bemehlen, den Teig darauf gleiten lassen und versuchen ihn in eine (ungefähr) viereckige Form zu bringen. Dieses Viereck in vier gleich große Stücke teilen. Nun jedes Viereck falten, indem je eine Ecke bis etwas über die Mitte gefaltet wird, also viermal, bis ein Teighaufen, ein Hügel, entstanden ist. Diese Haufen mit bemehlten Händen wenden und zu Kugeln formen. 1 Stunde mit einem Tuch abgedeckt ruhen lassen.

Den Ofen auf 250° C, wer kann auf 260° C vorheizen.
Das Backblech mit Backpapier belegen.

Eine Teigkugel mit den Händen zu einer (möglichst) runden Fläche formen und auf das Backpapier legen. 

Den Teig nach Wunsch belegen.
Die Möglichkeiten sind wirklich unbegrenzt, ich habe es erst einmal traditionell mit Tomaten-Passata, Büffelmozarella und Tomaten versucht, Basilikum fehlte gerade, dafür etwas Rosmarin und die Pimentos waren gerade in Griffnähe, Salz, Pfeffer aus der Mühle.
Dann auf mittlerer Schiene für ca. 10 Minuten im heißen Ofen backen.

Der Boden sollte knusprig sein, oben sollte der Teig blasen bilden und sich schön färben. Auch da muss man üben und ausprobieren. Jeder Ofen ist anders, viele Haushaltsöfen können die nötige Hitze gar nicht erzeugen. Klar, ein Holzkohleofen wäre ideal! Oder ein Pizzastein, den man im oberen Drittel des Ofens platziert. Damit erzielt man wohl bessere Ergebnisse.
Wir waren zwar ziemlich glücklich mit unserem Resultat, geschmacklich wunderbar, aber es gibt Verbesserungspotenzial. Stichwort (runde) Form – obwohl, auch diese nicht perfekten Formen haben durchaus ihren Charme! Aber an der Knusprigkeit des Bodens kann noch gearbeitet werden... ja, Wunder passieren eben nicht einfach so. Viel Spaß beim Üben!

ALL IMAGES © TableTales /
Bild 1, rechts, Bild 6, rechts Sullivan Street Bakery, Bild 3 via theodysseyonline.com

4/22/2015

ANLEITUNG ZUM KÖNIG SEIN

Träumen sei gestattet. Von Schlössern. Von Frankreich. Von einem Ort an dem alles zu stimmen scheint – von der Kuchengabel bis zum Damenportrait im petrolblauen Badezimmer.
In der Bretagne, in der Nähe von Nantes, lassen sich solche Träume leben. Zumindest tut dies ein holländisches Ehepaar, das vor zehn Jahren nach Frankreich ausgewandert ist und nun dieses Château aus dem späten 18. Jahrhundert bewohnt. Das einst verschlafene Juwel, ganz im Stil von Louis XVI erbaut, wurde offensichtlich mit viel Leidenschaft wach geküsst, jedes Detail zeugt von einer sorgfältigen und sehr aufwendigen Renovation  — hier floss – und fließt vermutliche immer noch – literweise Herzblut.




Allein schon die Wände sind in einem äußerst arbeitsintensiven Verfahren gestrichen, das einen acht(!)schichtigen Auftrag der Farbe erfordert. Mon dieu... dementsprechend betörend schön ist das Ergebnis. Der gewählte, sanfte Farbton in den Wohnräumen, von – wie könnte es anders sein – Farrow & Ball, harmoniert wunderbar mit der Einrichtung, die sich, Individualität und glückliches Händchen sei Dank, nicht nur aus Designer-Stücken zusammensetzt, sondern dem Schloss erst durch ausgesuchte Antiquitäten, Trouvaillen von Flohmärkten und Reisen den unwiderstehlichen Charme verleiht.


Die Küche – ja! – ist sehr Design (von Vipp) und in ihrer Einfachheit ein Prunkstück. Dänisch, schlicht, funktional, schwarz — ich glaube, sie könnte nicht besser gewählt sein. Der ideale Kontrast zum alten Gemäuer, von dem man sich wünschen würde, es könnte erzählen...

...doch zurück in unsere Zeit, genau, ins Internet. Dort stieß ich zufällig auf das Bild dieser Küche, das mich nach einiger Googlerei schließlich auf die Webseite des dänischen Fotografen Anders Hviid führte. Neben anderen Projekten ist hier eine ganze Fotoserie des Schlosses zu sehen, die träumen und schwelgen lässt – und mich fast vergessen ließ, dass ich noch einen Kuchen im Rohr habe! Selbstverständlich passend zum Château, mit der Königin der Beeren – aux framboises.

Der Kuchen ist so  schlicht, eigentlich eher alltäglich als königlich, aber wer ihn serviert...

...im lauschigen jardin...

...oder im eleganten salon...

...kann sicher sein, mit Lob, Freude und Glück gekrönt zu werden! Backen macht Könige, auch wenn man gerade kein Schloss in Frankreich bewohnt – wer es ausprobieren möchte, findet das Rezept dazu, wie immer, im Anschluss an die Bilder.




Himbeerkuchen mit Buttermilch
Backform mit Durchmesser 18cm > Ofen 180°  > Backzeit 35-40 Minuten = Kuchen höher (hier verwendet)
Backform mit Durchmesser 24cm > Ofen 200°  > Backzeit 25 Minuten = Kuchen flacher

Zutaten
50g Butter, sehr weich
110g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Ei
1/2 TL abgeriebene Zitronenschale
120g Mehl
1 Prise Salz
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Natron
1dl Buttermilch
150g frische Himbeeren

Zubereitung
Ofen vorheizen.
Backform gut ausbuttern und mit etwas Mehl bestäuben.
Mehl, Backpulver, Natron und Salz in einer kleinen Schüssel vermischen.
In einer großen Schüssel Butter, Zucker und Vanillezucker verrühren bis hell und schaumig (ca. 3. Min.), dann die Zitronenschale dazu geben und zum Schluss das Ei dazu rühren.
Nun die Mehlmischung in drei Portionen abwechslungsweise mit der Buttermilch dazu geben (Mehl-Buttermilch-Mehl-Buttermilch-Mehl) und jeweils gut verrühren.
Den glatten Teig in die Form füllen, glatt streichen und die Himbeeren darauf verteilen, nicht eindrücken, sie versinken von alleine während dem backen.
Zum Schluss die 2 TL Zucker über die Himbeeren streuen und die Form in den Ofen schieben.
Nach entsprechender Backzeit (siehe oben) aus dem Ofen nehmen, eventuell mit einem Holzstäbchen testen, ob der Kuchen ganz durchgebacken ist, und auskühlen lassen.
Mit einer Kugel Vanille-Eis oder Schlagsahne – très royal!

ALL IMAGES © TableTales / Bilder Schloss Anders Hviid

4/07/2015

TRÖSTE MICH SOFORT!

Voilà – meine Verzweiflungstat vom letzten Samstag. Dauerregen und nicht gerade berauschende Aussichten für die Ostertage trieben mich in meinen Therapieraum, allgemein bekannt als Küche. Es war wirklich nicht erhebend – vielleicht hätte ein Zieh-mich-hoch geholfen, allgemein bekannt als Tiramisu. Doch ich entschied mich dann für ein Tröste-mich-sofort, allgemein bekannt als Schokoladenkuchen. 


Bereits das Zubereiten tröstet! Im Nu duftet das ganze Haus nach Butter, Schokolade, Mandeln... und nach einer Stunde kommt das Glück aus dem Ofen. Aussen knusprig, innen feucht. Dazu viel Schlagsahne – ein Muss!
Geduldige werden belohnt: am besten schmeckt der Kuchen am nächsten und übernächsten Tag – falls noch etwas übrig bleibt! Kaum vorstellbar, denn das ist wirklich(!) Der Beste Schokoladenkuchen. Das Rezept, das ohne Mehl und Backpulver auskommt, gleich im Anschluss an die Bilder.



Schokoladenkuchen ohne Mehl

Zutaten
200g Butter
200g dunkle Schokolade
4 Eigelb
4 Eiweiss
1 Prise Salz
110g Zucker
1 Paket Vanillezucker
200g geschälte, gemahlene Mandeln
Puderzucker zum bestäuben

Zubereitung
Den Ofen auf 175°C vorheizen.
Eine Springform (Durchmesser 26cm) gut ausbuttern und kühl stellen.
Eier trennen und die Eiweiss mit einer Prise Salz zu Schnee schlagen. Kühl stellen.
Eigelb in kleiner Schüssel verquirlen.
Butter in ca. 20g Stücke schneiden, Schokolade in Stücke brechen und zusammen langsam über Wasserdampf (Wasserbad) schmelzen.
Währendessen in einer Rührschüssel Zucker, Vanillezucker und Mandeln vermischen.
Geschmolzene Schokolade-Butter-Mischung dazu geben und verrühren. Dann Eigelbe dazurühren und zum Schluss das Eiweiss darunter heben und sachte, aber gut verrühren.
Die Masse in die Form giessen und in den Ofen schieben.
Nach 30 Minuten den Ofen auf 160°C runter stellen und weitere 25-30 Minuten fertig backen. Evtl. die letzte viertel Stunde mit Alufolie abdecken, damit der Rand nicht schwärzt.
Den Kuchen auf einem Gitter auskühlen lassen. Den Rand der Springform nach ca. 5 Minuten entfernen. Nach etwa 10 Minuten einen Teller auf den Kuchen legen und stürzen. Den Boden der Springform entfernen und wieder auf das Gitter zurück stürzen. Vollständig auskühlen lassen. Wie bereits erwähnt schmeckt der Kuchen am nächsten und übernächsten Tag am besten, nachdem er gut durchgezogen hat.
Mit Puderzucker bestäuben, mit viel Schlagsahne servieren und die wunderbaren Wetteraussichten für die nächsten Tage geniessen! Doppeltes Glück!

ALL IMAGES © TableTales

3/09/2015

DES MÜLLERS LUST...

...ist bekanntlich das Wandern. Bei dem Prachtwetter, das Zürich seit Freitag vergönnt ist, schlage ich eine Wanderung an den äußeren Rand der Stadt vor, zur Mühle Tiefenbrunnen. Der imposante Bau aus der Belle Epoque wurde 1890 zuerst als Brauerei gebaut, nach einem knappen viertel Jahrhundert aber bereits zur Mühle umfunktioniert. Scheinbar ist Brot doch wichtiger als Bier... nun, hier scheiden sich vermutlich die Geister... auf jeden Fall wurde die nächsten 70 Jahre nüchtern und unermüdlich Tag und Nacht Getreide gemahlen.


In den 80er Jahren folgte die Umnutzung – Geschäfte, Wohnungen, ein Fitnessstudio, ein Theater, ein Restaurant und das Museum Mühlerama vereinen sich seither im Sichtziegelbau zum urbanen Chic. Erhalten geblieben, und Herzstück des Museums, ist die alte Industriemühle, die auch heute noch für Schauzwecke im Rahmen der Dauerausstellung betrieben wird. Daneben bietet das Mühlerama ein vielfältiges Angebot an Sonderausstellungen und Veranstaltungen.  Und wie es sich für ein Museum gehört, gibt es auch hier einen Shop, der unter anderem wunderbare, unterschiedliche Mehlsorten anbietet. Ich decke mich jeweils mit dem Zopfmehl ein. Dieses eignet sich übrigens nicht nur für den Butterzopf... 

...sondern auch hervorragend für eine Challa, sozusagen dessen michlfreies Pendant. In der jüdischen Tradition besetzt die Challa einen  wichtigen kulinarischen, aber auch symbolischen Part beim Schabbat-Mahl und an allen Festtagen. Dazu bietet sie eine wunderbare Möglichkeit auch mit einer Milchunverträglichkeit nicht auf den Zopf am Wochenende verzichten zu müssen. Und so einfach und durchaus lustvoll geht es ohne Milch und Butter, das Rezept im Anschluss an die Bilder.






Challa
Die Zutatenmenge reicht gut für 2 Personen. Bei mehr Bedarf verdoppeln oder vervierfachen – die Backzeit verlängert sich dann um 5-10 Minuten.

Zutaten
250 g Mehl
1 TL, gestr. Salz
150 ml Wasser, lauwarm
1 TL, gestr. Zucker
10 g frische Hefe
3 EL gutes, neutrales Pflanzenöl
1 Ei
1 Eigelb zum Bestreichen
Mohnsamen (alternativ auch Sesamsamen)

Zubereitung
Mehl und Salz in einer Schüssel vermischen.
Hefe mit Wasser und Zucker im lauwarmen Wasserbad auflösen.
Nun alle Zutaten bis auf das Eigelb und die Mohnsamen vermischen und ca. 10 Min. von Hand, mit einem Handrührgerät (Knethaken) oder einer Küchenmaschine zu einem glatten, homogenen Teig verkneten.
Die Schüssel mit einem feuchten Tuch abdecken und den Teig an einem warmen Ort gehen lassen bis sich das Teigvolumen in etwa verdoppelt hat, ca. 1 Stunde.
Ein Backblech mit Backpapier belegen.
Einen sauberen Tisch oder eine Arbeitsplatte leicht mehlen und den Teig darauf gleiten lassen. Drei Stränge formen und einen Zopf flechten.
Natürlich gibt es unzählige Flechtarten – wer Lust hat einfach ausprobieren!
Den Zopf vorsichtig auf das vorbereitete Backpapier legen, mit einem Tuch zudecken und nochmals 15 Min. gehen lassen.
Den Ofen auf 200 C° vorheizen, Unter/Oberhitze.
Den Zopf sorgfältig mit Eigelb bestreichen und mit den Mohnsamen bestreuen.
Ich habe dieses Mal anstatt einen Zopf drei kleinere Zöpfe geflochten – die Backzeit beträgt dann 18-20 Min., ansonsten 20-25 Minuten.
Sollte der Zopf zu stark bräunen mit etwas Alufolie abdecken.
Auf einem Gitter auskühlen lassen und das Wochenende kann beginnen.

ALL IMAGES © TableTales