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7/09/2018

FAST AM MEER

Was gibt es Vollkommeneres als nach einem Bad im Meer in ein saftiges Stück Wassermelone zu beißen, deren blutrote Süße sich mit dem Meersalz auf den Lippen vermischt ... schwer zu toppen. Außer mit einer Wassermelonen Gazpacho – den Part des Meersalzes übernimmt ein alter Bekannter: der Alleskönner Feta.
Und ist zum Schwimmen gerade kein Meer in Sicht – der Zürichsee tut's momentan auch. Fast.


Wassermelonen Gazpacho mit Feta
2 Portionen

Zutaten
300 g Wassermelone, kernarm, süß und knackig, in Würfel geschnitten + sechs Würfel separat zum Servieren.
2 San Marzano Tomaten, geschält (das geht gut mit dem Sparschäler), Stilansatz entfernen, längs vierteln 
2 Snackgurken, in grobe Stücke geschnitten
1-2 TL grob gehackte rote Zwiebeln
1/2 rote Chilischote (oder auch nicht, aber in eine Gazpacho gehört schon ein Schuss Schärfe) 
4 Basilikumblättchen
2-3 EL frisch gepresster Zitronensaft
2 EL Olivenöl
Salz 
Roter Kampot Pfeffer (oder handelsüblicher schwarzer Pfeffer)
50 g Feta
Frische Minze

Zubereitung
Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Chili und Basilikum in eine kleine Schüssel geben und mit dem Zitronensaft übergießen, ca.15 Minuten ziehen lassen.

Nun das Gemüse mit dem Food Processor oder Pürierstab pürieren. Die Wassermelonenstücke, das Olivenöl, etwas Salz und Pfeffer hinzufügen und nochmals pürieren, je nachdem wie man es mag, feiner oder gröber. Evtl. nochmals mit Zitrone, Salz und Pfeffer abschmecken. In ein Plastikbehälter geben und mindesten 2 Stunden in den Kühlschrank stellen. Vor dem Servieren kann man die Suppe noch eine halbe Stunde in den Tiefkühler geben, damit sie richtig erfrischend ist.

Zum Servieren je drei Würfel Wassermelone in die Teller legen und die Gazpacho darüber gießen. Zum Schluss den Feta darüber krümeln und mit Minzeblättchen bestreuen.

Guten Schwumm!

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3/08/2017

LIEBER WINTER, TSCHÜSS!

Es ist Zeit, wirklich. Time to say goodbye. Und ich erlaube mir ganz offen zu sagen, schwer fällt mir dieser Abschied nicht. Ach sei nicht gleich beleidigt, Du hast Dich lang genug breitgemacht und uns erbarmungslos Deinen rauen Wind um die Ohren gepfiffen. Dazu kommt, ich habe brav nur das eingekauft und gekocht, was Du hergibst. Rüben, Kohl, Kohl und nochmals Kohl. Langsam reicht es!
Wenn es mir zwischendurch zu öd und zu blöd wurde, habe ich einfach eine Dose Pelati geöffnet. Dann riecht es gleich ein bisschen nach Süden, die Welt ist etwas farbiger und ich sage Dir, mit ein paar wenigen Handgriffen und Zutaten, die jeder in der Küche hat, wird daraus die beste Tomatensuppe. Das Rezept notiere ich rein prophylaktisch, denn das interessiert jetzt eigentlich niemanden mehr. Suppenzeit ist vorbei. 
Nun, man kann sich täuschen. Auf dem Kalender steht zwar Frühling und die grünen knackigen Vorboten... mmh Barba di Frate... sind bereits am Start. Aber ich kenne Dich, mein kalter Freund, Du kannst einfach nicht loslassen und wirst Dich wieder melden. Im April, im Mai. So wie jemand, dem plötzlich eingefallen ist, dass er noch etwas vergessen hat. Mir ist jeweils schleierhaft, was das sein könnte. Doch sei unbesorgt, nicht nötig vorbeizukommen, jemand hebt es für Dich auf! Frühestens im Dezember kannst Du es abholen. Machs gut!

Tomatensuppe
2-3 Teller 

Zutaten
Olivenöl
50 g Zwiebeln, fein gehackt
150 g mehlig kochende Kartoffeln, 1 x 1 cm gewürfelt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1/4 Chilischote, fein gehackt (optional)
1 guter EL Tomatenmark
1 Dose (400 g) gehackte Pelati (Dosentomaten)
3 dl Gemüsebrühe
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung
Olivenöl auf mittlerer Stufe erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten, Kartoffeln unter ständigem Rühren dazugeben, danach Chili und Knoblauch unterrühren und 2-3 Minuten mitdünsten.
Das Tomatenmark einrühren, danach die Pelati dazufügen und schließlich die Brühe angießen. Halb zugedeckt ca. 20 Minuten kochen, bis die Kartoffeln weich sind. Pürieren, in Suppenteller füllen und mit einem Klecks griechischem Joghurt geniessen – mit oder ohne winterlichen Überraschungsgast!

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8/27/2015

ZÜRICH ERRÖTET!

Und zwar am Sonntag, 6. September 2015! Auf der Stadthausanlage beim Bürkliplatz steigt das Tomatenfest! Von 10 bis 17 Uhr werden Tomaten-Saatgut und Erfahrungen getauscht, 80 Tomatensorten warten darauf, entdeckt und degustiert zu werden. Ein vielversprechendes Projekt der Stiftung ProSpecieRara, die 1982 mit dem Ziel gegründet wurde, gefährdete Nutztierrassen und Kulturpflanzen vor dem Aussterben zu bewahren und dadurch die Vielfalt zu fördern. Und ein Lichtblick für alle, die sich danach sehnen, endlich wieder einmal in eine Tomate zu beißen, die nach Sonne schmeckt! Wer weiß, vielleicht treffe ich dort ja wieder la signora mit Hund...

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8/25/2015

DER GEHEIMTIPP DER SIGNORA MIT HUND

Auch wenn im öffentlichen Verkehr gefühlt alle(!) auf ihre Smartphones, oder alternativ, in eine Gratis-Zeitung starren – zumindest ist es hier in Zürich so – ist es doch auch hin und wieder möglich mit einer wildfremden Person in ein Gespräch zu kommen. Aber wie? Genau! Jetzt fällt es mir wieder ein. Wegen deren Hund! Natürlich! Die Tiere werden die menschliche Kommunikation retten! Doch davon handelte das Gespräch nicht, sondern es ging um den schweren Einkaufskorb, den die Frau neben sich auf den Sitz gestellt hatte, bzw. um dessen Inhalt. Bestehend aus Gemüse und Früchten eines bekannten Großverteilers. 

Sie beschwerte sich über die hiesigen geschmacklosen Tomaten und erzählte von sonnengereiften Pomodori aus ihrer Heimat Apulien – che differenza! Natürlich stimmte ich sofort in ihr Klagelied ein und so fuhren wir jammernd zwei Stationen miteinander. Doch bevor ich aussteigen musste, verriet mir la signora eine Adresse. Zwar nicht gleich um die Ecke gelegen, aber immerhin näher als Süditalien. In Dietikon! Hm... klingt nicht gerade verlockend.


Wer es dennoch wagt, einen kleinen Ausflug zu unternehmen, mitten in diese doch eher  trostlose Industriezone, findet tatsächlich ein kleines Stück Italien. Vis à vis von Qualipet (wir erinnern uns: Der Hund!). Unprätentiös auf einer Rampe. Neonröhren. Doch dann: frisches Gemüse. Sonnige Früchte. Pilze. Wunderbare Oliven, Pane, Formaggi... wir ernährten uns das ganze Wochenende hauptsächlich davon! Darum gibt es dieses Mal auch kein Rezept. Dafür aber den Link nach Italien, scusa, Dietikon!
Ach, und wegen der Pomodori! Für die signora mit Hund hatte auch ich einen Tipp: sie solle nach den aromatischen Küsnachter Tomaten Ausschau halten! Man bekommt sie jetzt auf dem Markt. Eine Sorte, die in den 1920er-Jahren vom umtriebigen Gärtnermeister Schäppi in Küsnacht gezüchtet und angebaut wurde... hier die ganze Geschichte, verfasst in den 1960er-Jahren – man erfährt z.B. auch, dass der Zürcher Markt bis 1931 jeweils (wie heute noch) Dienstags und Freitags stattfand, sich allerdings über die ganze Bahnhofstrasse verteilte – vom See bis zum Hauptbahnhof! 

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8/01/2015

TOMATEN FÜR JEAN

Am 15. September 1894 wurde gefeiert im Hause Renoir, in Paris, am Montmartre. Es wurde vielleicht ausgelassen getanzt, ganz bestimmt wurde gut gegessen, angestossen und getrunken – Santé! Auf das Leben!
An diesem Tag wurde Jean geboren, der spätere Filmregisseur und zweite Sohn von Pierre Auguste Renoir, dem Impressionisten, dem Maler der weichen Formen, der schönen Frauen und lieblichen Landschaften Frankreichs. Und natürlich der Maler seiner Söhne, drei insgesamt: Pierre, Jean und Coco. Die Portraits zeigen die Kinder meist mit langem, rotem, wie Kupfer schimmerndem Haar. 
Madame Renoir, Aline, die glückliche Mutter, bat die Köchin zur Feier des Tages les tomates au four zuzubereiten, nach einem Rezept von Renoirs Freund, dem Maler Paul Cézanne, dem Meister des Weglassens, der Reduktion, sicherlich was seine Kunst betrifft. 

Scheinbar versuchte er sich aber auch in der Küche auf das Wesentliche, Unverfälschte zu beschränken. Ganz nach dem Geschmack von Renoir – meinem übrigens auch – sowie dem der versammelten Gäste: Die provenzalischen Tomaten müssen so formidabel gemundet haben, auf dass die Köchin nochmals in die Küche geschickt wurde, um das Gericht ein zweites Mal zuzubereiten.

So will es die Legende. Es würde mich aber nicht wundern, hätte es sich tatsächlich so zugetragen – diese Tomaten schmecken wirklich délicieux! Man kann gar nicht genug davon bekommen! Und offenbar das ideale Gericht für einen Geburtstag – allen einen schönen 1. August!
Das Rezept, wie gewohnt im Anschluss an die Bilder, stammt aus dem Buch "Zu Gast bei Renoir", 1994 im Wilhelm Heyne Verlag, München erschienen.




Tomates au four de Cézanne
Für 6 Personen

Zutaten
9 schöne Tomaten
2 EL Salz
Olivenöl
4 Knoblauchzehen
1 Bund glatte Petersilie
3 EL Semmelbrösel (ich wiederhole mich, die Besten gibt es bei der Metzgerei Reif)
Schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung
Die Tomaten abspülen, abtupfen und quer halbieren (ich ließ sie am Zweig, schnitt nicht ganz durch und klappte sie auf). Die Schnittflächen mit dem Salz bestreuen und die Tomaten mit der Schnittfläche nach unten über einem Teller auf ein Gitter zum Abtropfen legen. Nach 10 Minuten das restliche Fruchtwasser und die Kerne* der Tomaten mit den Fingern leicht herausdrücken.
Den Backofen auf 225° C vorheizen.
Backpapier in eine feuerfeste Form legen, mit etwas Olivenöl bestreichen und die Tomaten mit der Schnittfläche darauf platzieren.
Knoblauch schälen, zerdrücken und fein hacken, Petersilie fein hacken zum Knoblauch geben und alles mit schwarzem Pfeffer aus der Mühle vermischen. Diese Mischung auf den Tomaten verteilen, großzügig mit Olivenöl übergießen und mit den Semmelbröseln bestreuen.
Die Form für 25 Minuten in den Ofen geben und die Tomaten schön braun werden lassen – wer möchte stellt die letzten 5 Minuten auf Grill.
Ein frisches Baguette dazu – und das Fest kann beginnen!

* Statt wegschmeißen: Den Tomatensaft über einen Teller Mozarella-Kugeln gießen, Olivenöl, Petersilie, Salz, Pfeffer.

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Malerei: Portrait Jean, Signatur Renoirs, Selbstportrait Renoir