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2/05/2018

DIE WÜRFEL SIND GEFALLEN

Leiden Sie unter einer Kochblockade? Stehen Sie hungrig, aber ideenlos in der Küche rum? Dann besorgen Sie sich doch wieder einmal ein Huhn und setzen Sie endlich in die Tat um, was Sie sich – ich mir übrigens auch – schon so oft vorgenommen haben: keine gekauften Brühen und Fonds mehr zu verwenden, sondern sie selbst herzustellen.

Es gibt zahlreiche Varianten der Geflügelbrühe. Mir gefällt die Knochenbrühe. Klingt auf Englisch eindeutig eleganter: Bone Broth. Vielleicht darum von Hipster als Superfood gefeiert. Doch das tut nichts zur Sache, ob Englisch oder Deutsch, hip oder nicht, die Brühe wird aus der Karkasse hergestellt, dem Knochengerüst, das nach dem Verzehr eines gebratenen oder gekochten Huhns übrig bleibt und der Brühe ein kräftiges Aroma verleiht. Ein wertvolles Gut, das meistens im Abfall landet. Ab jetzt aber bitte im Gefrierbeutel, dann ab damit in den Tiefkühler. Das wiederholen Sie, bis Sie Knochen von mindestens zwei Hühnern gesammelt haben. Genügend Material, um loszulegen.

Trübe Sonntage, an denen es uns ja momentan nicht mangelt, und die man am liebsten zuhause verbringt, bieten sich geradezu an. Keine Sorge, Sie können trotzdem faulenzen, der Arbeitsaufwand ist gering. Was es braucht, ist Zeit. Der Lohn ist ein Tiefkühlfach voller hausgemachter Geflügelbrühe, ergo, nie wieder Fertigsuppenwürfelbeigeschmack. Diese Aussicht und das Gefühl, etwas Nachhaltiges getan zu haben – immerhin wird das Huhn zwei Mal verwendet – löst doch gleich jeden Kochstau. Falls doch nicht, ein Vorschlag, dabei können Sie Ihre Brühe gleich einmal ausprobieren und so den Kreislauf fortsetzen: Brathuhn mit Wirsing und Maronen. Ein wunderbares Wintergericht. Als wäre man irgendwo auf dem Land in Frankreich. Und nicht vergessen, nach dem Genuss die Knochen aufbewahren...





Geflügelbrühe

Zutaten
Karkassen von 2 Bio-Freilandhühnern (auch Haut und Fleischreste, evtl. Innereien)

Suppengrün:
1-2 Stangen Lauch in grobe Stücke geschnitten
2-3 Karotten, geschält, in grobe Stücke geschnitten
1 halber Knollensellerie, geschält, in grobe Stücke geschnitten
evtl. eine Petersilienwurzel, 
geschält, in grobe Stücke geschnitten

2 Zwiebeln, ungeschält, quer halbiert
10 Wacholderbeeren
10 Schwarze Pfefferkörnern
Olivenöl

Zubereitung
Das Olivenöl in einem großen Topf auf mittlerer Stufe erhitzen, und alles bis auf die Karkasse ca. 10-15 Minuten anrösten. Die Karkassen dazugeben und 3 Liter kaltes Wasser angießen.
Aufkochen lassen, dann zugedeckt mindestens 2 Stunden auf kleiner Stufe köcheln. Herd abdrehen und den Topf auf der Platte stehen lassen, ca. 3 Stunden ziehen lassen, dann durch ein Sieb in ein anderes Gefäß seihen. Vollständig abkühlen lassen, anschließend zugedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellen.
Die entstandene Fettschicht abschöpfen und nochmals durch ein feines Sieb oder sauberes Baumwolltuch seihen. Dann portionsweise, zum Beispiel 2.5 dl, in Gefrierbeutel abfüllen, datieren und einfrieren. Lässt sich gut 2-3 Monate aufbewahren.

Salz: Ich salze die Brühe erst, wenn ich sie verwende. Je nach dem, ob ich sie noch reduziere, passe ich die Salzmenge an.


Brathuhn mit Wirsing und Maronen

Wirsing
1 Wirsing, ca. 350 g
3 EL Olivenöl
15 g Butter
Salz 

Den Wirsing halbieren und den Strunk keilförmig herausschneiden. Die Blätter in etwa 1.5 cm Streifen schneiden.
In einer Schmorpfanne das Öl und die Butter auf mittlerer Stufe erhitzen. Den geschnittenen Wirsing zufügen und einige Male durchheben, bis das Gemüse etwas zusammengefallen ist. Das Gemüse soll nicht anbrennen, darf aber etwas Farbe annehmen. Etwas salzen und zugedeckt ohne Beigabe von Wasser 1 Stunde schmoren lassen. Dann in eine Schüssel geben und zur Seite stellen.

Maronen
300 g gefrorene Maronen
15 g Butter
1 Thymianzweig
1 TL Honig
0.5 dl Geflügelbrühe
Prise Salz

In derselben Schmorpfanne die Butter und den Honig auf mittlerer Stufe schmelzen und mit dem Thymianzweig aromatisieren. Die Maronen dazugeben und durchschwenken, schließlich Wasser oder Brühe zugießen und zugedeckt ca. 10 Minuten kochen, bis die Flüssigkeit sirupartig eingekocht ist und die Maronen eine schöne Farbe angenommen haben. In eine Schüssel geben und zur Seite stellen.

Huhn
1 Bio-Freilandhuhn, ca. 1.2 kg
3 EL Olivenöl
15 g Butter
Salz
schwarzer, frisch gemahlener Pfeffer
2–3 Schalotten, längs geviertelt
6 Knoblauchzehen, ungeschält, zerdrückt, (wenn Sie frischen Knoblauch finden, umso besser)
1 dl Weißwein
2 dl Geflügelbrühe
2-3 Thymianzweige
2 Lorbeerblätter

Den Ofen auf 200° C vorheizen.

Das Huhn auf den Bauch legen und das Rückgrat des Huhns mit einer Geflügel- oder Küchenschere herausschneiden. Das Rückgrat mit möglichst allen Innereien, die evtl. noch daran hängen, auf die Seite legen. Das Huhn von restlichen Innereien befreien, umdrehen und mit Druck auf das Brustbein flach drücken.
Dann Huhn und Rückgrat kalt abbrausen und mit Küchenpapier gut trocken tupfen.
Das Huhn von allen Seiten mit Salz und Pfeffer einreiben.

Wieder in derselben Schmorpfanne, die ofenfest und genug weit ist, um das flache Huhn zu fassen, die Butter und das Öl auf mittlerer bis hoher Stufe erhitzen. Das Huhn auf der Hautseite in die Pfanne legen, ebenso das Rückgrat und alles ca. 6-8 Minuten anbraten.

Huhn und Rückgrat herausnehmen und beides auf einen Teller geben, Hautseite des flachen Huhns nach oben. 
Das Rückgrat nicht wegwerfen, sondern für die Herstellung einer Geflügelbrühe aufbewahren.

Ca. 2 EL des Fetts aus der Pfanne schöpfen und aufbewahren. Im restlichen Fett zuerst die Schalotten anbraten, dann den Knoblauch und Thymian dazugeben, nach weiteren zwei Minuten den Wirsing und die Maronen. Vorsichtig durchmengen, die Hitze etwas erhöhen und mit dem Weißwein löschen. Den Wein vollständig einkochen, Hitze wieder etwas reduzieren, dann die Geflügelbrühe dazugießen und das Huhn mit der Hautseite nach oben darüber legen. Die Haut des Huhns mit dem vorher herausgeschöpften Fett dünn bestreichen.

30 Minuten in den Ofen geben, die letzten 5-8 Minuten auf Grill stellen. Herausnehmen und 10 Minuten ruhen lassen. Nicht zudecken, damit die Haut knusprig bleibt.

Das Huhn auf ein Brett transferieren, vierteln und mit dem Wirsing-Maronengemüse servieren. Bon appétit!


ALL IMAGES © TableTales


11/30/2016

A LA CAMPAGNE MIT CHRISTINA

Mit Christina Hubbeling, der frankophilen Food-Autorin aus Zürich, verbindet mich nicht nur die Liebe zu Frankreich. Es gab auch eine Zeit der Zusammenarbeit für die in der NZZ-Beilage „Z“ erschienenen Kolumne „Zu Tisch“. Christina schrieb, ich illustrierte. Ob zum Thema Rote Beete, Waldbeeren, Kaviar oder Topinambur, die kurzen, jeweils zur Jahreszeit passenden Artikel hoben die Besonderheiten des Produkts hervor und lieferten Ideen mit dem gewissen Etwas für die Verwendung in der Küche. Im „Stil“, dem Lifestyle-Magazin der „NZZ am Sonntag“ publiziert Christina zudem seit 2011 unter dem Titel „Christina Hubbeling kocht für Sie“ ihre Lieblingsrezepte. Aus einer Auswahl dieser Sammlung entstand schließlich ihr erstes Kochbuch Esprit de Campagne — eine Liebeserklärung an die französische Landhausküche.

Das französische Flair des Buches und der darin vorgestellten Gerichte kommt nicht von ungefähr. Seit ihrer Jugend fühlt sich Christina Hubbeling von Frankreich angezogen – es sei eine fast mystische Verbundenheit, schreibt sie im Vorwort, ganz besonders mit dem Burgund. Dort entstand auch ein Teil der stimmungsvollen Bilder der Fotografin Juliette Chrétien. Sie ziehen sich durch das ganze, sehr sorgfältig und liebevoll gestaltete Buch, verführen zum Schwelgen und Träumen vom französischen Landleben.

Für Christina Hubbeling ist das Leben auf dem Lande, la vie champêtre, allerdings kein Traum geblieben, sondern Wirklichkeit, zumindest teilzeitlich. Vor ein paar Jahren bot sich die Gelegenheit, mit Freunden ein altes Steinhaus im südlichen Burgund zu kaufen. Der ideale Ausgangspunkt kulinarische Schätze der Region und ihrer Umgebung zu entdecken. Zum Beispiel die Maronen der Ardèche.

Die Gegend südlich des Burgunds ist reich an Kastanienwäldern. Entsprechend oft verwendet Christina Maronen in ihrer Küche: Ein Pot au Feu mit Maronen, ein Maronenkuchen, ein Maronenrisotto oder die herrliche Maronensuppe mit einem Hauch Zimt, die letztes Wochenende bei unseren Gästen großen Anklang fand. Übrig blieb nichts — das schönste Kompliment! Ein wunderbares Rezept für kalte Tage. Und das nicht nur auf dem Lande, auch in urbanen Gefilden ganz einfach nachzukochen, denn man muss die Kastanien nicht erst im Wald sammeln. Man verwendet Tiefgefrorene, die es überall zu kaufen gibt. Ein raffiniertes Rezept, unkompliziert und entspannt, so wie man sich ein paar Tage auf dem Lande wünscht. Merci Christina!

Christina Hubbeling: Esprit de Campagne. AT-Verlag. 224 Seiten. CHF 49.90.
Erhältlich im Buchhandel oder direkt beim Verlag.


Maronensuppe
nach Christina Hubbeling
4 Personen
 
Zutaten
1 Zwiebel
3 EL Olivenöl
500 g tiefgekühlte Maronen
200 ml Weißwein
700 ml Gemüsebouillon
1 Lorbeerblatt
150 ml Rahm (Sahne)
Salz, weißer Pfeffer aus der Mühle
1/2 TL Zimtpulver
1/2 TL frisch geriebene Muskatnuss
100 g Speckwürfel nach Belieben
2 EL glatte Petersilie, fein gehackt
 
Zubereitung
Die Zwiebel schälen, hacken und im Olivenöl andünsten. Die Maronen zugeben, mit dem Weißwein ablöschen. Sobald der Wein eingekocht ist, die Gemüsebouillon und das Lorbeerblatt zufügen. Die Suppe circa 20 Minuten köcheln lassen, bis die Maronen ganz weich sind und fast zerfallen. Das Lorbeerblatt entfernen, dann die Suppe mit dem Stabmixer pürieren. Zum Schluss den Rahm unterziehen und die Suppe mit Salz, Pfeffer, Zimt und Muskat abschmecken.
Die Speckwürfel, sofern verwendet, in einer kleinen Bratpfanne anbraten. Die Suppe anrichten und die Speckwürfelchen sowie die gehackte Petersilie darüberstreuen. Dazu passt Roggenbrot.
 
Anmerkung
Da ich nicht gerne mit Rahm koche (mit wenigen Ausnahmen), habe ich Crème Fraîche verwendet. Statt mit Speckwürfel garniere ich die Suppe mit gehackten Maronen: Nach 15 Minuten Kochzeit fische ich einige Maronen aus der Suppe, pro Person 1-2 Stück.
Meine Suppe wurde ziemlich dickflüssig, fast schon ein Püree — ich liebe es so, doch das ist Geschmacksache und lässt sich gut nach Vorliebe variieren.
 
ALL IMAGES © TableTales

6/01/2016

DAS WARTEN HAT EIN ENDE...

... am 3. / 4. Juni eröffnet Barbara Maey ihre Weinhandlung Les Vignes an der Freilagerstrasse 55 im Zürcher Freilager.

Freitag, 3. Juni 17.00 – 20.00 Uhr
Zur Begrüssung offeriert Barbara ein Glas sizilianischen Schaumwein
Degustation verschiedener Weine und Delikatessen
Frisch aus dem Ofen: Baguette von Seri Wada

Samstag, 4. Juni 10.00 – 18.00 Uhr
Degustation verschiedener Weine und Delikatessen
13.30 – 17.30 Uhr: Der Biowinzer Pierre Lambert präsentiert Weine der Domaine des Coccinelles am Neuenburgersee

An beiden Tagen gibt es 10% Eröffnungsrabatt      

Barbara Maey führt in ihrem Sortiment ausgewählte europäische Weine von kleinen, qualitätsbewussten Produzenten, die mit Passion und Respekt zur Umwelt arbeiten. Das gleiche gilt für die Delikatessen, die in den Regalen stehen.  

Öffnungszeiten ab 6. Juni:
Dienstag – Freitag    10.00 – 20.00 Uhr
Samstag                   10.00 – 18.00 Uhr    

Die nächsten Degustationen:
Samstag, 11. Juni: Weine vom Weingut FiBL mit Kellermeister Andi Tuchschmid
Samstag, 25. Juni: Sommerwein Degustation

Bild: Les Vignes

2/16/2016

DIE KUNST DES WEGLASSENS

Weniger, reduzieren, weglassen... danach sehnen sich viele, ich auch – allerdings bin ich nicht immer erfolgreich in der Umsetzung. Mein Sammlerherz häuft gerne Dinge an. Nein, keine Schuhe, auch keine Taschen. Da bin ich relativ immun dagegen. Aber bei Geschirr werde ich schwach, vornehmlich bei alten Tellern, Platten, Krügen kann ich schwer widerstehen. Die Regale biegen sich...  

Als Ausgleich halte ich mich gerne an schlichte Rezepte. Wenig Zutaten, die zu einem genialen Ergebnis führen. Eines davon ist ein französischer Klassiker, der berühmte Gratin Dauphinoise. Kartoffeln, Milch, etwas Rahm, etwas Butter, Salz, eine Knoblauchzehe. Und bitte: kein Käse! Eben, die Kunst des Weglassens. Belohnt wird man mit einer Delikatesse, wunderbar zu einem grünen Salat – da kann man das Stück Fleisch, das natürlich auch hervorragend dazu passt, glatt weglassen.


Servieren könnte man auf Tellern von Ingegerd Råman. Die schwedische Designerin scheint eine Meisterin des Weglassen, der Reduktion, zu sein. Sie steht hinter der neuen IKEA-Kollektion (Bild 1 links, Bild 4), die, wie ich gelesen habe, ab Mai dieses Jahres erhältlich ist... meine armen Regale!



Gratin Dauphinoise
4 Personen

Zutaten
1,1 kg festkochende Kartoffeln
6 dl Vollmilch
1,5 dl Vollrahm
ca. 20 g Butter
Salz
Muskatnuss gerieben (wer mag)

Butter für die Form
1 Knoblauchzehe
  
Zubereitung
Ofen auf 180° C vorheizen.

Eine Gratinform mit einer halbierten Knoblauchzehe ausreiben, danach gut ausbuttern.
Größe der Form: Wenn man alle Kartoffeln nebeneinander in die Form legen kann, stimmt die Größe der Form ziemlich genau.

Die Kartoffeln schälen, kurz kalt abwaschen und auf einen Teller legen. Nicht in Wasser legen, damit die Stärke erhalten bleibt.

Mit einem Hobel (Stufe 2 mm) die Kartoffeln längs in einen Kochtopf hobeln.
Die Milch und den Rahm dazu gießen und einen knappen, gestrichenen TL Salz dazu geben. Lieber etwas weniger, man kann später noch mehr Salz dazu geben. Auf dem Herd erwärmen und 8-10 Minuten sanft köcheln.
Testen, ob zusätzlich Salz nötig ist. Wer mag, gibt etwas geriebene Muskatnuss dazu.

Dann mit einem Schaumlöffel die Kartoffel-Milch-Mischung in die Gratinform heben, die Oberfläche glatt streichen, evtl. ein paar Kartoffelscheiben ziegelartig anordnen. Die restliche Milch im Kochtopf darüber gießen und einige Butterflöckchen darauf verteilen.

Für 45 Minuten in den Ofen schieben. Herausnehmen und etwas ruhen lassen.
Wir assen noch am zweiten Tag davon – bei ca. 100° C im Ofen aufwärmen. Schlicht und einfach ein Genuss!

ALL IMAGES © TableTales
Bild 1 links, Bild 4 IKEA

12/12/2015

(EIN)SCHENKEN! AM SONNTAG, 13. DEZEMBER BEI LES VIGNES


Einen Wein für jeden Gang. Ein Geschenk für jeden Geschmack.
Barbara Maeys Sortiment ist gewachsen: neu führt sie die Weine der Domaine Binet x Jacquet aus dem Languedoc. Diese mineralischen, eleganten Weine sind der Ausdruck uralter Schieferböden und sie sind wunderbare Begleiter für ein Festtagsmenu. Ebenfalls neu ist der Pupitres Sekt aus Welschriesling vom Bioweingut Hofer mit einem betörend fruchtigen Bouquet.
Neben diesen Neuheiten öffnet Barbara an der Degustation einen Wein für jeden Gang – vom Apéro bis zum Dessert!
Zum Probieren gibt’s zudem: kaltgemahlenen Feigensenf von der Mosel, der wunderbar zu Käse, zu Süssem oder zu Fleisch passt. Jefira Premium-Bio-Olivenöl aus Griechenland – der Götternektar! Panettoni aus dem Tessin, die auf der Zunge zergehen – mit besten frischen Zutaten gebacken.
Und natürlich sind viele schöne Geschenkpakete dabei, die mit lauter Glücklichmachern gefüllt sind...
Sonntag, 13. Dezember 14.00 – 18.00 Uhr an der Aemtlerstrasse 203, 8003 Zürich (Ecke Albisriederstrasse).

12/08/2015

EIN JAHR

Ein Jahr ist fast um, nicht nur kalendarisch – TableTales feiert bald seinen ersten Geburtstag. Damals, im ersten Post, ging es passend zur Jahreszeit um Mendiants, um die französischen Schokoladen-Taler, die verziert mit Nüssen und getrockneten Früchten, an die mendicants, die Bettelmönch-Orden, erinnern. Sie sind köstlich und eine wirkliche Alternative zu Mailänderli, Brunsli und Co. – darum gleich anschließend nochmals das Rezept.


Mendiants
ergibt ca. 15 Stück

Zutaten
100g dunkle Schokolade, z.B. Crémant Noir 49% von Lindt
Nach belieben:
Mandeln, Pistazien, Baumnüsse, Haselnüsse, Kokosraspel
getrocknete Früchte: Rosinen, Feigen, Datteln, Cranberries, Aprikosen,
Orangenschale, kandierte Früchte
Fleur de sel, rosa Pfeffer

Meine liebste Komposition, ein Klassiker: Orangenschale, in feine Streifen geschnitten, eine geröstete Mandel und etwas Fleur de sel.

Zubereitung
Ein Backblech mit Backpapier belegen.

Die Schokolade über Wasserdampf schmelzen:
In einem kleinen Topf wenig Wasser zum köcheln bringen.
Eine größere, hitzebeständige Schüssel in bzw. auf den Topf stellen, ohne dass die Schüssel das Wasser berührt, sondern nur vom Dampf erwärmt wird.
Die Schokolade in kleine Stücke brechen, in die Schüssel geben, langsam schmelzen lassen und hin und wieder vorsichtig rühren bis die Masse glatt und glänzend ist.

Vom Herd nehmen und 2-3 Minuten ruhen lassen.

Nun einen Teelöffel geschmolzene Schokolade senkrecht von der Löffelspitze auf das Backpapier gleiten lassen und mit dem Löffelrücken einen ca. 5cm großen Kreis streichen. Am besten gleich 4-5 Kreise vorbereiten und dann nach belieben verzieren. Wiederholen bis die ganze Schokolade aufgebraucht ist.

Das fertige Blech in einen kühlen Raum oder auf den Balkon stellen und die Schokolade härten lassen. Danach lassen sich die Mendiants mühelos vom Backpapier lösen und gleich genießen oder verschenken.

ALL IMAGES © TableTales
Das Knaben-Portrait ist ein Fundstück aus Frankreich.

11/02/2015

ZUM WOHL, SANTÉ UND À BIENTÔT!

Entspannt, kompetent, unaufdringlich, so führte Barbara Maey letztes Wochenende an der ersten Verkostung von Les Vignes durch eine vielfältige, feine Auswahl an Weinen. Aus Deutschland, Österreich und Frankreich gab es Neues, auch Unerwartetes zu entdecken. Rundum schön! Nicht nur was die Flascheninhalte betrifft, auch die Präsentation, die sorgfältige Verpackung sind eine Freude – man spürt sofort, hier steht eine Frau dahinter, die ihr Metier mit Passion und mit viel Liebe zum Detail betreibt! 
Man darf sich also auf nächstes Jahr freuen, wenn Les Vignes die Tore des eigenen Ladenlokals öffnet, oder wer weiß, zwischenzeitlich noch einmal zu einer Degustation lädt…  


ALL IMAGES © TableTales

10/29/2015

KLEIN, FEIN – WEIN!

Barbara Maey, die Gründerin der neuen Zürcher Weinhandlung Les Vignes, lädt am kommenden Wochenende erstmals zur Verkostung ihrer Entdeckungen aus Österreich, Deutschland und Frankreich. Dazu gibt es kulinarische Freuden von der Mosel, aus den Cevennen und anderen Regionen Europas. Nicht zuletzt auch aus Albisrieden, dem Zürcher Quartier, wo Les Vignes ab nächstem Frühjahr im eigenen Ladenlokal die Stadt mit einem sorgfältig ausgewählten Sortiment an europäischen Weinen, von vorwiegend kleinen, qualitätsbewussten, mit Passion und Respekt zur Umwelt arbeitenden Produzenten, bereichern wird.
Doch vorerst öffnet Barbara Maey Türe und Flaschen im Popup an der Ämtlerstrasse 203 in 8003 Zürich (Ecke Albisriederstrasse beim Albisriederplatz) und freut sich auf zahlreichen, neugierigen Besuch! Am Samstag, 31. Oktober und Sonntag, 1. November, jeweils von 14-18 Uhr. Herzlich willkommen bei Les Vignes!


IMAGE © Les Vignes

8/01/2015

TOMATEN FÜR JEAN

Am 15. September 1894 wurde gefeiert im Hause Renoir, in Paris, am Montmartre. Es wurde vielleicht ausgelassen getanzt, ganz bestimmt wurde gut gegessen, angestossen und getrunken – Santé! Auf das Leben!
An diesem Tag wurde Jean geboren, der spätere Filmregisseur und zweite Sohn von Pierre Auguste Renoir, dem Impressionisten, dem Maler der weichen Formen, der schönen Frauen und lieblichen Landschaften Frankreichs. Und natürlich der Maler seiner Söhne, drei insgesamt: Pierre, Jean und Coco. Die Portraits zeigen die Kinder meist mit langem, rotem, wie Kupfer schimmerndem Haar. 
Madame Renoir, Aline, die glückliche Mutter, bat die Köchin zur Feier des Tages les tomates au four zuzubereiten, nach einem Rezept von Renoirs Freund, dem Maler Paul Cézanne, dem Meister des Weglassens, der Reduktion, sicherlich was seine Kunst betrifft. 

Scheinbar versuchte er sich aber auch in der Küche auf das Wesentliche, Unverfälschte zu beschränken. Ganz nach dem Geschmack von Renoir – meinem übrigens auch – sowie dem der versammelten Gäste: Die provenzalischen Tomaten müssen so formidabel gemundet haben, auf dass die Köchin nochmals in die Küche geschickt wurde, um das Gericht ein zweites Mal zuzubereiten.

So will es die Legende. Es würde mich aber nicht wundern, hätte es sich tatsächlich so zugetragen – diese Tomaten schmecken wirklich délicieux! Man kann gar nicht genug davon bekommen! Und offenbar das ideale Gericht für einen Geburtstag – allen einen schönen 1. August!
Das Rezept, wie gewohnt im Anschluss an die Bilder, stammt aus dem Buch "Zu Gast bei Renoir", 1994 im Wilhelm Heyne Verlag, München erschienen.




Tomates au four de Cézanne
Für 6 Personen

Zutaten
9 schöne Tomaten
2 EL Salz
Olivenöl
4 Knoblauchzehen
1 Bund glatte Petersilie
3 EL Semmelbrösel (ich wiederhole mich, die Besten gibt es bei der Metzgerei Reif)
Schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung
Die Tomaten abspülen, abtupfen und quer halbieren (ich ließ sie am Zweig, schnitt nicht ganz durch und klappte sie auf). Die Schnittflächen mit dem Salz bestreuen und die Tomaten mit der Schnittfläche nach unten über einem Teller auf ein Gitter zum Abtropfen legen. Nach 10 Minuten das restliche Fruchtwasser und die Kerne* der Tomaten mit den Fingern leicht herausdrücken.
Den Backofen auf 225° C vorheizen.
Backpapier in eine feuerfeste Form legen, mit etwas Olivenöl bestreichen und die Tomaten mit der Schnittfläche darauf platzieren.
Knoblauch schälen, zerdrücken und fein hacken, Petersilie fein hacken zum Knoblauch geben und alles mit schwarzem Pfeffer aus der Mühle vermischen. Diese Mischung auf den Tomaten verteilen, großzügig mit Olivenöl übergießen und mit den Semmelbröseln bestreuen.
Die Form für 25 Minuten in den Ofen geben und die Tomaten schön braun werden lassen – wer möchte stellt die letzten 5 Minuten auf Grill.
Ein frisches Baguette dazu – und das Fest kann beginnen!

* Statt wegschmeißen: Den Tomatensaft über einen Teller Mozarella-Kugeln gießen, Olivenöl, Petersilie, Salz, Pfeffer.

ALL IMAGES © TableTales
Malerei: Portrait Jean, Signatur Renoirs, Selbstportrait Renoir