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11/07/2018

ÜBERFAHREN

Kreativ, unverschämt, sinnlich, verrückt-nach-allem-was-mit-Essen-zu-tun-hat – na, wer könnte das wohl sein? Richtig, wie ja bereits angekündigt, once againEyal Shani, der kulinarische Querkopf aus Tel Aviv. Der Tomatenflüsterer, der in seinen (mittlerweile sieben weltweit verstreuten) Street Food Restaurants Miznon tonnenweise Blumenkohl röstet und – Kartoffeln überfährt. Wer's nicht glaubt, sollte einen Blick auf das (immer!) von Hand geschriebene Menu werfen, dort steht's, schön krakelig: Run Over Potato
Nun, es soll ja immer noch Leute geben, die behaupten, die Erde sei keine Kugel, sondern eine Scheibe – naja, bei Kartoffeln lässt sich das immerhin diskutieren ...






Eyal Shani’s Run Over Potato

Zutaten (Eine Portion)
150 g Sauerrahm 
1 Knoblauchzehe, zerquetscht
Dill, gehackt (oder andere Kräuter nach Belieben, z.B. Schnittlauch)
etwas abgeriebene Zitrone (optional)
Salz

1 grössere Kartoffel (ca. 150 g), mehlig kochend

Fleur de Sel
schwarzer Pfeffer

Zubereitung
Den Sauerrahm mit den übrigen Zutaten verrühren. In den Kühlschrank stellen.

Die Kartoffel in ungesalzenem Wasser sehr weich kochen, bis die Schale aufplatzt.

Einen Bogen Backpapier in der Mitte falten, und wie ein Buch aufschlagen. Den Knoblauch aus dem Sauerrahm entfernen und den Sauerrahm in die Nähe des Falzes platzieren. Die Kartoffel heiß und ungeschält darauf setzen. Dann die obere Backpapierhälfte darüber schlagen und das Ganze mit einem Wallholz gleichmäßig flach wallen – überfahren – auf eine Dicke von ca. 1 cm. Auf ein Brett heben, das obere Papier abziehen und die flache Kartoffel mit Fleur de Sel, Pfeffer und einigen Dillzweiglein bestreuen. Bei Shani wird die Kartoffel mit einem kleinen Holzlöffel serviert. Damit schabt man genüsslich das ganze Backpapier ab. 
Dazu passt ein knackiger grüner Salat.  

ALL IMAGS @TableTales
Bilder 1 links, 3, 4 rechts, 5 links Instagram Miznon Tel Aviv


10/10/2018

TE-LOVE-IV

Da war ich also wieder. Vergangenen September. Einmal mehr tauchte ich ein – in das quirlige Treiben Tel Avivs. Doch selbst in dieser säkularen, scheinbar endlos pulsierenden Stadt gibt es Momente, in denen innegehalten wird. Am Freitagabend, dann, wenn die Sonne wie ein roter Ball ins Meer plumpst und der Shabbat beginnt.
Familien, Freunde versammeln sich um den schön gedeckten Tisch in feierlicher Erwartung des üppigen Abendessens. Wichtigster Part dabei ist die Vorspeise (die gar keine ist, weil man danach schon pappsatt ist).
In europäisch geprägten Haushalten ist es der Gefilte Fisch, in den sephardischen die Chraime, umgangssprachlich auch Dag Marokai – Fisch nach marokkanischer Art. Eine nordafrikanische Spezialität, die einst Einwanderer aus Algerien, Tunesien oder eben aus Marokko nach Israel mitbrachten. Würzig, scharf (nach Belieben), äußerst schmackhaft und ein Augenschmaus dazu. 

Zurück in Zürich traf ich Barbara Maey, die versierte Inhaberin der schönen und sehr gut sortierten Weinhandlung Les Vignes im Freilager Zürich. 
Ihre Empfehlung zum Fischgericht: Loch Riesling Saartyr 2012 vom Weinhof Herrenberg – ein reifer, kräftiger Saar-Riesling mit einem Hauch Restsüße, die perfekt mit der Schärfe und den charakteristischen Gewürzen des Orients harmoniert.
Ich kann das nur bestätigen – in diesem Sinne: Le ChaimZum Wohl!

Und noch dies: Shani plaudert immer noch mit Tomaten, legt jetzt aber neuerdings auch Kartoffeln flach ... mehr dazu bald ... derweil Shabbat Shalom! 


Chraime
Dag Marokai – Fisch nach marokkanischer Art
2-4 Personen

Zutaten
4 Doradenfilets
1 roter Spitzpeperoni, längs geviertelt, dann quer halbiert
(oder ein "normaler" roter Peperoni, längs geachtelt)
10 geschälte Knoblauchzehen, die Hälfte zerdrückt und fein gehackt, den Rest der Zehen in Spalten schneiden
1 getrocknete Chilischote, fein gehackt (optional)
2 frische, scharfe Chilischoten (optional)
1/2 Bund Koriander (oder mehr), lange, dicke Stile entfernen
(Der Koriander gibt dem Gericht den sehr charakteristischen Geschmack, wer ihn aber partout nicht mag, ersetzt ihn durch Petersilie.)

Gewürzöl
In kleiner Schüssel vermischen:
1 dl neutrales Öl (Sonnenblume oder Raps, auch Olivenöl ist möglich)
mit
3 TL süßer Paprika
1 gestr. TL gemahlener Kurkuma
1 gestr. TL gemahlener Kreuzkümmel
3/4 TL Salz
1/4 TL schwarzer Pfeffer

2 dl Wasser, vermischt mit 1 TL Tomatenkonzentrat

Zubereitung
In einer weiten hohen Pfanne Peperonistreifen, den Knoblauch und die getrocknete, gehackte Chilischote auslegen.
Die Fischfilets kalt abspülen und mit der Hautseite nach unten darauf legen.
Das Gewürzöl gleichmäßig mit einem Löffel über die Fischfilets verteilen.
Zum Schluss den Koriander und die frischen Chilischoten darüber verteilen.


Die Pfanne auf hoher Stufe erhitzen und das mit Tomatenkonzentrat vermischte Wasser um die Seiten der Pfanne gießen (nicht direkt über den Fisch, damit das Öl auf dem Fisch bleibt).
Zum Kochen bringen, dann sofort die Hitze auf niedrigste Stufe reduzieren und mit Deckel schließen.
15 Minuten simmern.
Deckel entfernen und weitere 30-40 Minuten garen.

Pro Person ein Fischfilet mit dem Gemüse, Knoblauch, wer mag einer Chilischote und Sosse nach Belieben auf einem Teller anrichten. Mit frischer Challah (Zopf) oder anderem Weißbrot servieren.

Peperoni (Paprika)
Wer sich etwas mehr Zeit nehmen möchte für die Zubereitung des Gerichts, kann den Peperoni zuvor im Ofen bei 200° C ca. 30 Minuten rösten, etwas abkühlen lassen, die Haut abziehen und längs in Streifen schneiden. Dann wie oben beschrieben verwenden.


ALL IMAGES © TableTales
Bild Loch Riesling Saartyr 2012 © Weinhandlung Les Vignes

6/19/2017

BEZIEHUNGSARBEIT – EINE KORREKTUR

Wie heißt es in den Beziehungsratgebern? Du musst daran arbeiten; passt dir etwas nicht, dann ändere es.
Nun, das habe ich getan. 
Für das Instant-Puddingpulver, verwendet als Bindemittel im No Bake Cheesecake, musste ich eine Alternative finden.
Nach fünf Versuchen ist er endlich gelungen: der perfekte Käsekuchen. Konsistenz, Geschmack und die inneren Werte stimmen jetzt. Kein Instant mehr! Und eine neue Erkenntnis: kein Quark. Bestätigt auch von einer sommerlichen Gästeschar. Alles wurde ratzeputz weggekrümelt.

Bitteschön, das korrigierte Rezept:
No-Bake Cheesecake
4-6 Personen 
Springform ø18-20 cm (ø26 cm doppelte Menge verwenden)

Zutaten
Brösel
60 g Vollkorn Petit Beurre
40 g Sables
40 g Butter zerlassen

Füllung
1,5 dl Rahm (Sahne)
250 g Dänischer Doppelrahmfrischkäse (Schweiz: Den besten gibt es in der Migros von M-Budget.)
2 g Johannisbrotkernmehl
1 Pkt. (8 g) Bourbon Vanillezucker
40 g Puderzucker
15 g Maisstärke

Zubereitung
Die Springform mit Haushaltpapier auslegen.

Petit Beurre und Sables in einen Gefrierbeutel geben und mit einem Walholz sanft zu Brösel klopfen und wallen. Diese anschließend in eine kleine Schüssel geben, die zerlassene Butter darüber gießen und alles gut vermischen.

Nun ca. zwei Drittel auf dem Boden der Springform verteilen und gut andrücken, damit ein Boden entsteht. Das geht gut mit dem flachen Boden eines Glases. Springform und den Rest der Brösel-Butter-Mischung in den Kühlschrank stellen.

Die Sahne steif schlagen. 

Die Maisstärke in einer Tasse mit einem Schluck Wasser verrühren und mit dem Frischkäse, Johannisbrotkernmehl, Puder- und Vanillezucker mit einem Mixer glatt rühren. Dann den geschlagenen Rahm gleichmäßig unterheben.

In die Form geben und glatt streichen. Zum Schluss die restlichen Brösel darüber streuen und den Kuchen für mindestens 6 Stunden, ideal auch über Nacht, in den Kühlschrank stellen.

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6/07/2017

BRÖSELN UND TRÄUMEN

Für einen richtig guten Cheesecake würde ich ziemlich weit gehen. Gut, vielleicht nicht gerade in ein Flugzeug steigen. Das müsste ich nämlich, denn einen der besten Käsekuchen habe ich – nein, nicht in New York – in Tel Aviv gegessen.
Israelis nennen ihren Cheescake Pirurim-Gvina – wörtlich übersetzt Brösel-Käse. Der Kuchen wird nicht gebacken, heiß geliebt und kühl serviert. Der Bestseller jeder Konditorei. Dazu, darüber, darunter: Schokolade, Karamell, Nüsse, Früchte und eine Portion Fantasie... die Möglichkeiten und Vorlieben sind unbegrenzt. Für mich bitte ein Himbeercoulis! Ein Traum. Ebenso die Zubereitung. Schnell und kinderleicht. Und es bleibt eine Menge Zeit den Sommer zu genießen. Ab morgen wieder!






No-Bake Cheesecake mit Himbeercoulis
4-6 Personen 
Springform ø18-20 cm (ø26 cm doppelte Menge verwenden)

Zutaten
Brösel
60 g Vollkorn Petit Beurre
40 g Sables
40 g Butter zerlassen

Füllung
1,5 dl Rahm (Sahne)
250 g Dänischer Doppelrahmfrischkäse (Schweiz: Den besten gibt es in der Migros von M-Budget.)
2 g Johannisbrotkernmehl
1 Pkt. (8 g) Bourbon Vanillezucker
40 g Puderzucker
15 g Maisstärke

Coulis
250 g frische (oder gefrorene) Himbeeren
50 g Zucker

Einige Himbeeren extra

Zubereitung
Die Springform mit Haushaltpapier auslegen.

Petit Beurre und Sables in einen Gefrierbeutel geben und mit einem Walholz sanft zu Brösel klopfen und wallen. Diese anschließend in eine kleine Schüssel geben, die zerlassene Butter darüber gießen und alles gut vermischen.

Nun ca. zwei Drittel auf dem Boden der Springform verteilen und gut andrücken, damit ein Boden entsteht. Das geht gut mit dem flachen Boden eines Glases. Springform und den Rest der Brösel-Butter-Mischung in den Kühlschrank stellen.

Die Sahne steif schlagen. 

Die Maisstärke in einer Tasse mit einem Schluck Wasser verrühren und mit dem Frischkäse, Johannisbrotkernmehl, Puder- und Vanillezucker mit einem Mixer glatt rühren. Dann den geschlagenen Rahm gleichmäßig unterheben.

In die Form geben und glatt streichen. Zum Schluss die restlichen Brösel darüber streuen und den Kuchen für mindestens 6 Stunden, ideal auch über Nacht, in den Kühlschrank stellen.

Für das Coulis die Himbeeren mit dem Zucker kurz aufkochen, Hitze reduzieren und ca. drei Minuten weiterköchelnd. Vom Herd nehmen und durch ein Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen. Das Coulis mit Haushaltfolie abdecken und ebenfalls in den Kühlschrank stellen.

Zum Servieren 3-4 EL Himbeercoulis auf einen Teller streichen, ein Stück Cheesecake darauf legen und einige Himbeeren darüber verteilen. 

So werden Träume wahr!

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10/26/2016

DER GESCHMACK DES WIDERSPRUCHS

Das Licht, das Meer, bekannte und fremde Gerüche, ein Mix verschiedener Sprachen, die gute Laune. Tel Aviv! Wer einmal dort war, wird wieder hingehen. Wie ich. Oder gleich dort bleiben. Wie Tom Franz
Der Deutsche aus dem Rheinland fand in der Weißen Stadt am Mittelmeer vor über zehn Jahren sein neues Zuhause, seinen Ort. Und seine Bestimmung, einer der bekanntesten Köche Israels zu werden. Doch auch wenn der Flug von Köln nach Tel Aviv lediglich vier Stunden dauert, es war ein weiter Weg, und manchmal bestimmt auch ein steiniger.

Am Anfang stand ein Schüleraustausch mit israelischen Jugendlichen, der den heute 43-Jährigen damals tief beeindruckte. Ein Gefühl der Zugehörigkeit und die Lebensfreude dieser jungen Menschen ließen den angehenden Juristen nicht mehr los und sollten fortan seinen weiteren Lebensweg bestimmen. 
Tom besuchte Israel und verliebte sich. Nicht in eine Frau – dies erst viel später. Zuerst in das Land, in den Puls des Lebens, der dort immer etwas höher schlägt.
Zurück in Deutschland fasste er den Entschluss auszuwandern, nicht etwa nur aus seiner Heimat. Der gebürtige Katholik konvertierte zum Judentum.

Eine Biografie, die, wie es scheint, mit Widersprüchen gespickt ist, die aber dennoch ein rundes Ganzes wurde. Spätestens dann, als er seiner heutigen Frau Dana in Tel Aviv begegnete. Als PR-Frau im Food-Bereich, bekräftigte sie ihren Mann sein Talent, das er in der Küche an den Tag legte, weiter zu verfolgen und zu verfeinern. Toms Perfektionismus, gepaart mit seinem Wagemut, wurde schließlich belohnt: 2013 gewann der Kölner Israeli die israelische TV-Koch-Show „Masterchef“, deren Finale über 50% aller israelischen Haushalte verfolgte – das halbe Land war verliebt in diesen sympathischen Kölschen Jung.
Überhaupt, in Tel Aviv ist man immer ein bisschen verliebt. In den blauen Himmel, in die lachenden Gesichter, in die Lebendigkeit, in das perfekt Unperfekte. Und klar, in das israelische Essen! Doch was ist israelisches Essen? Falafel rauf und runter? Nein! Es ist so viel mehr – ein riesengroßer Kochtopf muss Geschmäcker aus über 60 Nationen vereinen! Daraus entstehen unterschiedlichste Kreationen. Heute mehr denn je. Es wird experimentiert, Traditionen werden modernisiert. Scheinbar unvereinbare Geschmäcker unterschiedlichster Herkunft werden kombiniert. Tom ist ein Meister darin. Vermeintlich Widersprüchliches verschmilzt in seiner Küche zu einer köstlichen Einheit. Der Israelisch-Rheinische Sauerbraten ist ein Beispiel. Oder Kölner Reibekuchen mit orientalischem Einschlag. Mit dieser Variante des Rievkooches, wie der Kölner sagt, zwang er die israelischen Masterchef-Juroren in die Knie, unter anderem Eyal Shani: Die Reibekuchen seien so lecker, dass es schon „krankhaft sei...
Dass dieses Gericht zum Niederknien ist, liegt sicherlich auch an der Begleitung, die Tom Franz dazu serviert: Der Rote-Beete-Sirup und das Gewürzkompott verleihen den knusprigen Kartoffelpuffern die spezielle israelische Note.  

Wer Tel Aviv besucht, bringt sich die Gewürze natürlich gleich mit. Eine wunderschöne Auswahl gibt es am Levinsky Markt im Quartier Florentin. In diesem angesagten Stadtteil boomen viele Restaurants, die explizit nicht koscher sind oder sein wollen, als wäre es ein Qualitätssiegel. Bis anhin galt koscher und lecker nämlich als schwer vereinbar, schon gar nicht auf Gourmetstufe. Doch auch diesen Widerspruch versteht Tom in Luft aufzulösen: „Es mag eine Herausforderung sein die Kaschrut – die jüdischen Speisevorschriften – in der Spitzengastronomie einzuhalten, aber es ist keine Einschränkung.“ 

Den schmackhaften Beweis dafür, erbringt er in seinem Kochbuch So schmeckt Israel
Versammelt sind seine israelischen Lieblingsrezepte, in die er teilweise raffiniert seine ursprüngliche Heimat einfließen lässt. Dabei verzichtet er auf Ersatzzutaten. Zum Fleisch gibt es statt einer Pseudo-Rahmsauce eben eine köstliche Auberginencreme. 
Eingestreute Infoseiten zwischen den thematisch geordneten Rezepten widmen sich aus persönlicher Sicht des Autors den jüdischen Feiertagen, der Bedeutung des Weins in Israel oder der Kaschrut und runden das charmante Kochbuch ab.
Das Register könnte detaillierter sein, denn mit Freude habe ich im Buch vier verschiedene Zubereitungsarten der Sesamsauce Tahina gezählt. Da sie aber „nur“ Bestandteile von Rezepten sind, sind sie im Index nicht einzeln aufgeführt. Das heißt nochmals blättern und suchen, dank der appetitlichen Aufnahmen aber immer wieder ein anregendes Vergnügen, das inspiriert, sowohl für den Alltag, aber auch für einen besonderen Anlass.

Hätte sich Toms Geschichte in Italien oder Frankreich zugetragen, sie wäre wohl kaum der Rede wert. Doch seine Wahl fiel auf Israel, ein Land im permanenten Spagat, das selbst voller Widersprüche ist und viele Menschen emotional bewegt, sowohl positiv wie auch negativ. Leider oft basierend auf Unkenntnis, Vorurteilen und festgefahrenen Meinungen – Ingredienzien, die in Toms Leben und Küche keinen Platz haben. Denn er weiß, sie ergeben höchstens einen bitteren Geschmack. Wer würde da widersprechen!

Tom Franz: So schmeckt Israel. AT Verlag. 208 Seiten. CHF 32.90.
Erhältlich im Buchhandel oder direkt beim 
Verlag.
 

Reibekuchen mit Gewürzkompott und Rote-Beete-Sirup
nach Tom Franz

Kompott und Sirup lassen sich gut im Voraus zubereiten.
Die Reibekuchen schmecken mir am besten frisch.

Reibekuchen
Zutaten
1 kg festkochende Kartoffeln
2 Zwiebeln
2 Eier
1 TL Salz
neutrales Öl (z.B. Sonnenblumenöl zum braten)

Zubereitung
Die Kartoffeln schälen und mittelgrob reiben.
Die Zwiebeln schälen und fein hacken.
Die Kartoffeln in einem Spitzsieb 30 Minuten lang immer wieder sorgfältig ausdrücken.
Ich habe die Kartoffeln direkt in ein sauberes Baumwolltuch geraffelt und so den Saft ausgedrückt.
Anschließend mit den übrigen Zutaten in einer Schüssel vermengen.

So viel Öl in eine große Pfanne geben, dass der Boden gut bedeckt ist.
Die Reibekuchen sollen, nachdem sie einmal angebraten sind, leicht schwimmen können.
Das Öl stark erhitzen, perfekt sind 170 °C, und die Kartoffeln portionsweise von beiden Seiten goldbraun braten. Für besonders schön geformte Reibekuchen den Teig im Metallring (8-10 cm Durchmesser) anbraten.


Gewürzkompott
Zutaten
6 Äpfel
4 Birnen
100 g brauner Zucker (für mich reichen 60 g)
1 Zimtstange
1 Sternanis
2 Kardamomkapseln
etwa 200 ml Wasser (ich habe kein Wasser dazu gefügt)
1 Prise Salz

Zubereitung
Die Äpfel und die Birnen schälen, das Kerngehäuse entfernen und die Früchte in kleine Würfel schneiden.
Alle Zutaten in einem breiten Topf bei leichter Hitze und mit wenig Wasser weich kochen. Je nach Bedarf immer wieder etwas Wasser zugießen, aber nur so viel, dass am Ende keine Flüssigkeit übrig bleibt. Die Gewürze herausnehmen und das Obst mit einem Kartoffelstampfer teilweise zerstampfen.
Vor dem Servieren auskühlen lassen.


Rote-Bete-Sirup
Zutaten
Saft von 8 frischen geschälten Rote-Bete-Knollen
Saft von 2 Äpfeln
Saft von einer Orange
50g brauner Zucker
1 Prise Salz
Wer wie ich keinen Entsafter hat, verwendet bereits gepresste Säfte aus dem Bioladen: 4 dl Rote-Bete-Saft, 1,5 dl Apfelsaft.

Zubereitung
Alle Zutaten in einem Topf mit dickem Boden reduzieren, bis eine sirupartige Konsistenz erreicht ist. Anschließend die Hitze reduzieren, damit der Zucker im Sirup nicht verbrennt.
Der Sirup soll noch gut vom Löffel laufen. Kocht die Flüssigkeit zu sehr ein, wird sie hart, sobald sie abkühlt.

Jetzt aber, ob Kölsch oder Hebräisch: Loss et üch schmecke! Be Te’awon!

ALL IMAGES © TableTales
Bild 2 Daniel Lailah, Bild 6 via andersreisen.net